AngestelltenForum diskutiert zum Wandel der Arbeitsorganisation

Wie lässt sich die Digitalisierung mitgestalten?

  • 07.06.2019
  • News

Rund 25 Kolleginnen und Kollegen kamen am 3. Juni 2019 zum AngestelltenForum ins Tangomilieu, um sich intensiv über den Wandel der Arbeitsorganisation im Hinblick auf die Digitalisierung auszutauschen.

AngestelltenForum am 03.06.2019, Referentin: Dorothea Katharina Ritter, Foto: IG Metall

Foto: IG Metall

Foto: IG Metall

Digitalisierungsprozesse können an vielen Stellen der betrieblichen Arbeitsorganisation ansetzen: von der Personaldaten-App über internes Crowdsourcing, dem Arbeiten in agilen Teams und mittels CAD-basierter Verfahren bis hin zur Anwendung von künstlicher Intelligenz bei Kreditvergaben. Selbst dort, wo digitale Neuerungen schleichend Einzug halten, kommt es meistens und auf lange Sicht betrachtet zu einer grundlegenden Veränderung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Damit dieser digitale Wandel zugunsten der Beschäftigten ausfällt, muss er gezielt durch sie selbst und die Interessenvertretungen mitgestaltet und mitbestimmt werden.

Gewerkschaftssekretärin Susanne Heyn begrüßte die Teilnehmenden und insbesondere die Referentin Dorothea Katharina Ritter vom Niedersächsischen Zentrum für gute digitale Arbeit und Mitbestimmung der HVHS Springe. Einführend erläuterte diese den Begriff der Arbeitsorganisation und plädierte für eine differenzierte Betrachtung der Begriffe Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Transformation. Anschließend stellte sie betriebliche Digitalisierungsprozesse entlang der Wertschöpfungskette anhand ganz unterschiedlicher Beispiele dar. Auf dieser Grundlage diskutierten die Kolleginnen und Kollegen in Kleingruppen über ihre bisherigen betrieblichen Erfahrungen mit arbeitsorganisatorischen Neuerungen und den dafür generell notwendigen Beteiligungsprozessen seitens der Belegschaften.

Die gemeinsame Betrachtung im Plenum zeigte, dass die Einführung und Anwendung digitaler Prozesse in vollem Gange ist, dabei aber die Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsrechte der Kolleginnen und Kollegen nicht immer beachtet werden. Ein Kollege berichtete davon, dass es zwar eine gute IT-Betriebsvereinbarung gebe, darin aber die Schulungsprozesse für die Beschäftigten nicht ausreichend beschrieben seien. Eine andere Kollegin bemängelte, dass das Thema Nachhaltigkeit gar nicht oder zu oberflächlich behandelt werde. Schwierigkeiten bereite auch die Umgehung nationaler Rechtsgrundlagen, indem beispielsweise die Einführung neuer Software zunächst im Ausland passiere, so argumentierte ein weiterer Kollege. Insgesamt plädierten die Teilnehmenden für eine kontinuierliche Sensibilisierung von Betriebsräten und Beschäftigten rund um das Thema digitaler Wandel.

Die Diskussion soll in einem der nächsten AngestelltenForen anhand konkreter Beispiele zur betrieblichen Mitgestaltung und Mitbestimmung bei der Digitalisierung fortgesetzt werden.