AngestelltenForum beschäftigt sich mit Agilität

Wer heute nicht agil arbeitet, ist out?

  • 15.07.2019
  • News

Am 8. Juli 2019 diskutierten ca. 30 Kolleginnen und Kollegen aus hannoverschen Betrieben beim AngestelltenForum zu folgenden Fragen: Welche Prinzipien stecken hinter agilen Arbeitsmethoden? Wie wirken sich diese auf die Arbeit aus? Welcher Regelungsbedarf ergibt sich daraus für die beteiligten Beschäftigten und für Betriebsräte?

Referent Karl-Heinz Hageni führt ins Thema ein, Foto: IG Metall

Foto: IG Metall

Foto: IG Metall

Gewerkschaftssekretärin Susanne Heyn begrüßte die Teilnehmenden und insbesondere den Referenten Karl-Heinz Hageni, der im IG Metall Bildungszentrum Lohr - Bad Orb für Bildung und Beratung zuständig ist. Im Mittelpunkt des AngestelltenForums stand die Frage, was Agiles Arbeiten im Betrieb für die Beschäftigten bedeutet. Karl-Heinz Hageni wies darauf hin, dass agile Methoden wie Scrum, Kanban oder Design Thinking zu veränderten Arbeitsweisen führen und vor allem im IT-, Engineering- und Bürobereich zu finden sind. Agile (flink, beweglich) bedeutet, sich flexibel und schnell an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Ein Projekt oder Produkt wird in kleinen Schritten entwickelt. Die Projektteams organisieren sich selbst. Ziel ist eine erhöhte Kundenzufriedenheit und schnellere Entwicklungszyklen.

Die Teilnehmenden bewerteten ihre bisherigen Erfahrungen mit Agilem Arbeiten recht unterschiedlich. Eine Kollegin betonte vor allem die Chancen, indem sie die gut funktionierende Teamarbeit und Arbeitsgestaltung sowie die kreativen Arbeitsinhalte beschrieb. Zugleich verwies sie auf die Notwendigkeit im Betrieb, aus Fehlern lernen zu können. Andere hoben die Risiken hervor und kritisierten, dass sie neben agiler Projektarbeit viele weitere Tätigkeiten ausführen müssten, was zu neuen Belastungssituationen führe. Zudem befürchteten sie Leistungskontrollen. Auch die Frage, wie Agiles Arbeiten in der Entgeltsystematik abgebildet werden kann, war präsent.

Insgesamt wurde deutlich, dass in den Betrieben Agiles Arbeiten zwar thematisiert wird, eine systematische Einführung aber noch am Anfang steht. Um für die Kolleginnen und Kollegen die Chancen auszubauen und die Risiken zu minimieren, braucht es geregelte Einführungsprozesse und die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen. Für Betriebsräte und Beschäftigte gilt es, die jeweilige Ausganglage zu prüfen: Warum soll Agiles Arbeiten eingeführt werden. Wem nutzt es? Geht es tatsächlich um einen Kulturwandel im Betrieb? Diese Fragen wurden im Anschluss an das AngestelltenForum in lockerer Runde weiter diskutiert.